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Stephen King, 'Das letzte Gefecht' (Originaltitel 'The Stand')

Als 'Das letzte Gefecht' 1984 erstmals in Deutschland erschien, was ich bereits King-Fan. Ich wartete mit Ehrfurcht auf sein neuestes Werk und war einigermaßen geschockt, als es mit ca. 1200 Seiten vor mir lag. Doch davon ließ ich mich nicht abhalten und lernte einen ganz neuen King kennen.

In 'The Stand', wie das Buch im Original heißt, geht es um den Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen. Die Welt wird von einem Virus befallen, der nahezu die gesamte Bevölkerung der Erde tötet. Die wenigen Überlebenden werden in ihren Träumen von einer Person verfolgt, die ihnen einen Ort mitteilt, an dem sie sich einfinden sollen. King beschreibt sehr einfühlsam den Weg, den die einzelen Überlebenden hinter sich bringen, die Hürden die sie nehmen und die Verknüpfungen, die entstehen. Und er zeigt sehr eindrucksvoll die beiden Seiten auf, denn nicht alle Lebenden werden von der selben Person 'besucht'. Wärend ein Teil von der uralten Mutter Abigail träumen, die sie auffordert, die Welt zu retten, werden die Anderen heimgesucht, vom personifizierten Bösen Namens Randall Flagg.
Und nicht alle gelangen ohne Umwege zu ihrem Ziel.
In der Wüste von Nevada findet der Zweikampf zwischen Gut und Böse seinen Höhepunkt.
Wer gewinnt ? Tja, wir reden hier von einem King ! Was wäre ein King ohne Überraschungen ? ;-)))

Ich habe also dieses sehr dicke Buch gelesen und war sehr traurig, als ich am Ende angekommen war. King zeichnet hier eine Endzeitstimmung, die an Spannung kaum zu überbieten ist. Wer hier keinen Charakter findet, mit dem er sich identifizieren kann, der ist selber schuld.

Ohne übertreiben zu wollen - tue ich ja nie, hehe - ist dies das beste Buch, das ich jemals gelesen habe. Im Laufe der nächsten Jahre hab ich es dann noch mal gelesen. Bis .. ..

.. .. tja, bis es plötzlich vor mir lag. Die ungekürzte Fassung !

King selber sagt darüber : "Ich veröffentliche THE STAND hier so, wie ich es ursprünglich geschrieben habe [.. ..] Ich würde dies nicht tun, wenn ich nicht selbst der Überzeugung wäre, dass die Teile, die aus dem ursprünglichen Manuskript weggelassen wurden, das Buch bereichern würden."

Und an dieser Stelle kann ich nur energisch nicken.
Es lag vor mir (1990 erstmals ungekürzt) und hatte noch mehr Seiten (meine gebundene Ausgabe hat läppische 1000 Seiten, hihi, das ungekürzte Taschenbuch hat über 1400 Seiten) und das konnte mich überhaupt nicht schocken. Ich habs inzwischen 2 x gelesen und kann es nur empfehlen. Vor allem ungekürzt.
In der Urfassung tauchen plötzlich Personen auf, die in der gekürzten Fassung komplett gestrichen waren und Handlungen, die ein ganz neues Bild auf das Szenario werfen.

Das besondere an 'The Stand' als Kingbuch ist eigentlich, dass er hier anscheinend von einer Intention getrieben wurde, die mehr hieß als früher 'ich muß die Leser schocken' und heute 'ich muss mein nächstes Buch abgeben. In dieses Buch hat er sein gesamtes schriftstellerisches Können und seine geballte Fantasie gesteckt und genau so liest es sich.
Charakteristisch für King war bis dahin, dass seine Bücher schleppend beginnen, da er seine Charakter sehr sorgsam aufbaut und beschreit. Man muss sich durchkämpfen, bis nach ca. 100 Seiten die Spannung einsetzt. Auch das entfällt hier, das Buch ist fast von vorn bis ganz zum Schluss spannend.

Es ist der Hammer unter den Büchern und mit Abstand das Buch, das ich am häufigsten gelesen habe und lesen werde.

Übrigens gibt es 'Das letzte Gefecht' auch als Film und der ist gar nicht so schlecht ;-), wenigstens für die Verfilmung eines solchen Meisterwerkes. Aber man sollte sich ERST das Buch gönnen.