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Die Autorin
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Mary Willis Walker wurde 1942 in Wisconsin geboren. Heute lebt sie mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Texas.
Ihre schriftstellerische Karriere begann sie recht spät, aber dafür schon im ersten Schritt sehr erfolgreich. Schon für ihr Erstlingswerk "Zero at the Bone" erhielt sie 1991 den Agatha Award. Leider ist sie bei uns trotzdem noch relativ unbekannt, was daran liegen mag, dass sie nicht, wie einige ihrer Schriftstellerkolleginnen jährlich ein Buch herausgibt.
Bisher sind von Mary Willis Walker 4 Bücher erschienen, die alle bereits in deutscher Sprache unter anderem als Taschenbuch bei Goldmann aufgelegt wurden:

"Zero at the Bone" 1991 (deutsche Veröffentlichung "Raubtierfütterung" 1996)
"Red Scream" 1994 (deutsche Veröffentlichung "Der rote Schrei" 1996)
"Under the Beetle's Cellar" 1995 (deutsche Veröffentlichung "Unter des Käfers Keller" 1999)
"All The Dead Lie Down" 1998 (deutsche Veröffentlichung "Laß die Toten ruhn" 2000)

Mein erster Eindruck
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von "Raubtierfütterung" war schlicht und ergreifend ‚edel‘. Wer sich ein bißchen auskennt, weiß dass Goldmann Taschenbücher einfach die edleren unter den Taschenbüchern sind. Sie sehen anders aus, sie sind auf anderem Papier gedruckt und sie fühlen sich anders an. So auch "Raubtierfütterung". Eigentlich ist das etwas, was mich beim Kauf von Taschenbüchern eher abschreckt, weil ich verkratzte Bücher mit Eselsohren hasse und mir die Wahrscheinlichkeit bei diesem Buch einfach höher schien. Aber da mir die Autorin empfohlen wurde, kaufte ich es trotz seines schwarzen, matten, seidigen Äußeren und erfreute mich erst mal an dem Tiger, der das Cover ziert, bevor ich wußte, dass er eine Rolle spielen würde.

Jetzt, nachdem ich das Buch ausgelesen habe, weiß ich übrigens, dass Goldmann-Taschenbücher nicht nur edler und schwerer sind, sondern anscheinend auch hochwertiger, denn obwohl ich meine Bücher im Rucksack ständig mit mir rumtrage, hat dieses nicht eine einzige abgeschabte Stelle im makellosen Schwarz.

Die Handlung
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Eine Hundeschule in Texas. Die Besitzerin Kathrine Driscoll sorgt sich zu Recht um ihre Existenz, denn die Bank will ihren Besitz, inklusive ihres Hundes, dem Champion Ra, versteigern, da sie ihre Hypotheken nicht zahlen kann.
Einige Tage zuvor erhielt sie einen Brief ihres Vaters, den sie seit 31 Jahren nicht gesehen hat. Damals war ihre Mutter mit der damals 5 jährigen Kate, kurz entschlossen in eine andere Stadt gezogen, hatte ihren Mann verlassen und sich mit ihrer gesamten Familie entzweit. Doch ausgerechnet jetzt schreibt ihr Vater, der Wärter im Zoo von Austin ist, dass er ihr helfen könne. Im Gegenzug dazu könne sie ihm einen Gefallen tun, den nur sie tun könnte. Kathrin ist sehr unentschlossen, da sich ihr Vater in all den Jahren nicht gemeldet hat. Aber angesichts der Lage und ihrer Angst, vor allem den Hund zu verlieren, entschließt sie sich kurzerhand doch und begibt sich nach Austin, in den Zoo.
Als sie dort ankommt platzt sie unversehens in eine Pressekonferenz zum Tod ihres eigenen Vaters. Er wurde die Nacht davor von einem Tiger getötet. Doch schnell eröffnen sich Fragen, die an einem Unfall zweifeln lassen.
Kathrine beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Sie will den Mörder ihres Vater fassen und vor allem will sie ihren Besitz retten.  

Zusammenfassend
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könnte man ‚Raubtierfütterung‘ einen sehr schnellen Krimi nennen. Die erste Hälfte der 315 Seiten starken Geschichte erzählt einen Tag im Leben von Kathrine, nämlich genau von dem Moment an, in dem sie morgens die Augen aufschlägt, ihr ihre Sorgen einfallen, bis zum Abend des gleichen Tages, als sie todmüde und verwirrt im das Bett ihres toten Vaters in einen unruhigen Schlaf fällt. Keinen Moment hat man das Gefühl, die Handlung würde künstlich in die Länge gezogen. Während jeden Absatzes wird die Handlung vorangetrieben und die Zusammenhänge konstruiert.

Während Kathrine nach und nach ihre lange unbekannten Verwanden kennenlernt und sich gleichzeitig an Begebenheiten ihrer Kindheit erinnert, kommen dem Leser Vorahnungen, dass all das mit dem Ausgang der Geschichte, der Lösung des Mordfalls und dem Werdegang von Kathrins Bankrott zu tun hat.
Allerdings hat der Leser hier einen großen Vorteil gegenüber Kathrine, denn er weiß, dass die Lösung im Laufe der nächsten Seiten kommen muss. Jedes Buch hat ein Ende, wie es auch immer ausfallen mag. Kathrine kann das nicht wissen, und das mindert nicht im Geringsten ihre Verzweiflung angesichts der Lage, in der sie sich befindet. Während wir uns als voller Spannung zurücklehnen, um zu erfahren, wie sich Willis Walker das Ende ausgedacht hat, versucht Kathrine heraus zu finden, wie alles begonnen hat.

‚Raubtierfütterung‘ ist keine Charakterstudie. Keiner der Akteure wird liebevoll bis ins Detail beschrieben. Mary Willis Walker zeichnet zwar ein grobes Raster der Menschen, die die Geschichte leben, aber sie verfängt sich nicht in endlosen Details, die ihnen zwar Tiefe geben, aber letzendlich mit der Geschichte an Sich nicht zu tun hätten. Am Ende bleiben sie alle mehr oder weniger gesichtslos.

Die Priorität
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der Autorin liegt bei der Handlung. Und die ist nicht nur in sich schlüssig und sinnvoll, sondern auch lückenlos erklärt und recherchiert. Auf die Art ist ihr der Erhalt einer Spannung gelungen, in der seitenlange Detailbeschreibungen nur stören würden. Man muß einfach lesen, um zu erfahren, was geschehen ist.

Auf jeden Fall ist ‚Raubtierfütterung‘ für ein Erstlingswerk ein beachtlicher Roman und mit seiner Auszeichnung ein selten auf Anhieb erreichter Erfolg. Das alles läßt für die übrigen Bücher hoffen, denn ich werde mich zurücklehnen und mir später mit Sicherheit noch einen weiteren genehmigen.