Michael trifft bei einem Schulausflug den Schriftsteller Henry Wolf. Gemeinsam geraten
die beiden bei einem Einsturz in die Pestgruben und Katakomben Wiens. Auf der Suche nach
dem Ausweg geraten sie immer tiefer in die Unterwelt und drohen zu verdursten, bzw niemals
wieder lebend hinaus in ihre Welt zu finden.
Parallel zu diesen Ereignissen erzählen Heike und Wolfgang Hohlbein, was sich nach der
Rückkehr der beiden in ihrem gewohnten Leben abspielt. Michael ist der Überzeugung,
gemeinsam mit Wolf knapp dem Tod in den Katakomben entgangen zu sein. Während die Polizei
und die Presse ihn als heimgekehrten Helden feiert, schreibt Wolf an seinem nächsten
Buch, einer phantastischen Geschichte, die von einer Welt unter der bekannten Welt
handelt. Während einer Party, zu der auch Michael eingeladen ist, geschehen seltsame
Dinge und Michael beginnt sich langsam zu erinnern.
Wer jetzt glaubt, dass Hohlbeins die Spannung zerstören, weil sie zu Beginn der
Geschichte bereits das Ende verraten, der liegt weit daneben.
Das Besondere am Aufbau des Buches ist die zeitliche Folge der Geschehnisse, bzw ihres
Erzählt werdens. Abwechselnd erfahren wir, was Michael und Wolf nach ihrem Absturz in die
Pestgruben erleben und was passiert, nachdem sie daraus gerettet werden.
Michael erinnert sich nur nach und nach daran, was er erlebt hat. Während er sich
plötzlich Wesen und Orten gegenüber sieht, die er nie für möglich gehalten hätte,
erfährt auch der Leser, was vorgefallen ist. Wir sind Michael immer einen kleinen Schritt
voraus.
Unweigerlich nähert sich die Vergangenheit der Gegenwart und je näher sie sich
kommen, um so tiefer tauchen wir ein, in ein Land, das sich seit den Tagen der grossen
Pestkatastrophe nicht verändert hat. Doch das Unterland birgt noch andere Geheimnisse.
Geheimnisse, die für einen Menschen unserer Welt schwer zu glauben sind. Anfangs tut auch
Michael sich schwer mit der Glauben an das Unterland und was er dort erlebt hat. Doch
schon bald fliegen uns und Michael die Beweise nur so um die Ohren.
Die Geschichte ist spannend und sehr fantasievoll beschrieben. Wer auf Trolle,
Irrlichter, und Ghoule steht, der wird in dieser Geschichte auf seine Kosten kommen und
auch ein bisschen Zauberei ist im Spiel, wenn es um die Frage geht, wie das Unterland
bestehen konnte.
Am Ende der Geschichte haben die beiden Autoren immer noch Überraschungen bereit.
Einiges davon ist voraus zu sehen, einiges kommt eher überraschend und ist trotzdem
glaubwürdig. Schön und gut durchdacht. Nichts wird dem Zufall überlassen.
Witzig fand ich meine späte Erkenntniss, über Beruf und Namen der Verkörperung des
Schwachen und Bösen.
Unterhaltung und Kurzweile. Eine gelungene Urlaubslekture oder einfach Entspannung und
Abwechslung für Leser langer Fantasytrilogien *g*.