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Needle Turn -Applikationen  
 

 

Needleturn Applique ist eine Form, per Hand zu applizieren, ohne dass man die Stiche sieht - wenigstens nahezu.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, aber dies hier ist meine liebste :

Von den Teilen, die ich applizieren möchte, schneide ich mir eine Papierschablone.
Diese lege ich auf den Stoff und zeichne drumherum.

Dann schneide ich die Teile mit ca. 5 mm Nahtzugabe aus.

 

 

 
Die Kanten werden mit einer spitzen Stickschere eingeschnitten, und zwar im Abstand von ca. 3-5 mm und bis ca. 1/2 mm vor die angezeichnete Linie.

Jetzt stecke ich das Teil mit Ministecknadeln auf dem Hintergrund fest. Die Stecknadeln auf dem Foto sind ca. 1 cm lang.

Zur genauen Positionierung des Stoffteils verwende ich am liebsten Windelvlies.

Das Garn, mit dem ich appliziere, soll farblich immer so nah wie irgend möglich an die Farbe des zu applizierenden Stoffes heran kommen.
Umso unsichtbarer werden die Stiche.
Bei gemusterten Stoffen kann es auch schonmal vorkommen, dass ich das Garn mitten im Stoffstück wechsle.

 
Zum Beginn lege ich die Nahtzugabe an einer Stelle des Stoffes mit der Nadelspitze um, und zwar gerade so, dass die Linie vom Vorzeichnen nicht mehr sichtbar ist. Diese umgelegte Stelle halte ich mit dem Fingernagel des linken Daumens unten.
Beim ersten Stich steche ich mit der Nadel von unten durch den Hintergrund und fasse ca 2-4 Fäden des Stoffstückes mit.

Der erste Stich sollte genau sitzen, denn sonst kann es passieren, dass ich am Ende, wenn ich mein Stoffstück umrundet habe, keine gerade, ruckelfreie Linie zum letzten Stich hinkriege.

Man kann zum Umlegen der Nahtzugabe auch einen Zahnstocher benutzen, den man im Mund festhält, damit er immer leicht feucht bleibt.
Das hilft gegen das Ausfransen der Nahtzugabe.
Mir ist das allerdings zu lästig, da ich die Nadel sowieso schon in der Hand halte.
Diese Vorlieben muss jeder für sich selber austesten und herausfinden.

 
Jetzt steche ich mit der Nadel immer genau dort rein, wo der Faden vorher hochgekommen ist, aber natürlich in den Hintergrundstoff, und zwar genau unter der  Kante Stoffstückes.
Raus komme ich mit der Nadel ca. 1-2 mm weiter, und zwar so, dass ich wieder 2-4 Fäden des Stoffstückes fasse.

Die Stichabstände hören sich sehr klein an, aber je kleiner sie sind, umso sauberer und runder werden die Applikationen.
Ob ich 2 oder 4 Fäden vom oberen Stoff fasse, hängt vom  Stoff ab. Je fester der Stoff ist, umso weniger Fäden sind nötig, um Halt zu finden.

Ausserdem sollte immer die Nahtzugabe der nächsten 1- 2 cm umgelegt werden und nicht nur die des nächsten Stiches. Das ist wichtig, um keine Ecken und Kanten zu legen.

 

 
Hier noch die Ansicht der Rückseite meines Teststückes, damit man sieht, wie klein die Stiche sind (Der untere Kreis ist ca. 7 cm gross).

Nebenbei kann man auch erkennen, dass ich im oberen Kreis die Garnfarbe gewechselt habe und dass ich das Garn  nicht vernähe, sondern einen Knoten dicht an den Hintergrund mache.


© Ania Vitale 2007