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Reverse Applique  Umgekehrte Applikation mit der Hand
 

 Als erstes brauchen wir eine Schablone. Alternativ kann man natürlich auch Motive direkt auf den Stoff aufzeichnen.

Wenn wir mit einer Schablone arbeiten, werden die Motive aber im Normalfall genauer und bei mehreren Blöcken alle gleich.  Wir laufen natürlich auch nicht Gefahr, dass wir uns auf dem Stoff verzeichnen und die Markierungen erst wieder entfernen müssen.

Also schneiden wir die Schablone aus :-))

Die Schablone für die Fledermaus findet ihr bei den Applikationsvorlagen, direkt zum Ausdrucken.

 
Die Schablone wird auf die rechte Seite des Stoffes gelegt und das Motiv nachgezeichnet.

Bei dunklen Stoffen benutze ich am liebsten einen Silberstift. Man kann aber auch mit einem weichen Bleistift oder einem Grafitstift vorzeichnen. Kreidestift sind natürlich auch geeignet, doch die Anzeichnung verschwindet relativ schnell und ist meistens relativ breit.
Bei hellen Stoffen verwende ich am liebsten einen weichen Bleistift.

Wer allerdings 100 Quilterinnen fragt, womit sie anzeichnen, wird sicher auch 100 verschiedene Antworten auf diese Frage kriegen, lol.

 
Wenn das Motiv aufgezeichnet ist, legen wir den angezeichneten, oberen Stoff auf die rechte Seite des Hintergrundstoffes.

Die beiden Stoffe werden entweder mit kleinen Stecknadeln zusammen gesteckt, oder geriehen oder mit einem Sprühkleber verbunden.
Da wo es möglich ist, reihe ich die Stoffe ca. 1/2 ca. neben der Linie zusammen, denn dann kann ich die Reihfäden drin lassen, bis ich mit applizieren fertig bin, weil sie beim Umschlagen der Nahtzugaben nicht stören.
Das geht aber nicht immer, wie z.B. auf den Linien des Fensterkreuzes. Hier muss ich die Reihfäden beim applizieren nach und nach rausziehen, damit ich die Nahtzugaben umschlagen kann.

Das Stecken mit Nadeln hat den Nachteil, dass erstens der Faden beim Durchziehen an den Nadeln hängen bleibt, was ich sehr nervig finde und dass die komplette Arbeit nicht mehr glatt, sondern leicht wellig wird.
Das sollte jede mal für sich ausprobieren.

 
Wenn die beiden Lagen glatt und ausreichend dicht zusammen geheftet sind, schneiden wir mit einer Applikationsschere oder einer spitzen Nagelschere die Stellen aus dem oberen Stoff, an denen nachher der Hintergrundstoff sichtbar sein soll.
Dabei muss man auf jeden Fall darauf achten, dass man je nach Stoffart ca. 3-5 mm Nahtzugabe stehen lässt.

Man kann auch etwas mehr stehen lassen und erst nach und nach, immer kurz vorm umnähen knapper abschneiden.

In allen Kurven muss man die Nahtzugabe einschneiden. Ich schneide auch in geraden Strecken ein, um eventuelle Spannungen in der Nahtzugabe zu verhindern. In den Ecken wird gerade auf die Ecke zu geschnitten.

 

 
Das Applizieren beginnen wir mit einem Knoten im Faden. Der Faden soll die Farbe des oberen Stoffes haben.
Dann wird die Nadel von unten in den oberen Stoff (also zwischen die beiden Stoffe) durchgestochen.

Dann schlagen wir mit der Nadelspitze die ersten cm der Nahtzugabe ein, so dass die Anzeichnung noch genau auf der Kante zu sehen ist.
Wir stechen die Nadel ganz knapp unter dem Oberstoff in den Hintergrundstoff ein und führen ihn wieder nach oben, so dass er ein paar Fäden des oberen Stoffes greift.

Wir schlagen mit der Nadelspitze immer soviel Nahtzugabe ein, wie nötig und stechen immer erst durch den Hintergrundstoff und dann nach oben durch den oberen Stoff.

Die Ecken und Spitzen brauchen ein bisschen Übung, werden aber mit der Zeit von alleine genauer und spitzer ;-)

 
Wenn alle Felder rausgearbeitet (revers appliziert) sind, dann sieht das Ganze von links so aus.
Die Nähte zeichnen das komplette Motiv nach.
 
An dieser Stelle kommt der Teil, den jeder für sich ausprobieren sollte.

Man kann jetzt von links die Teile aus dem Hintergrundstoff  raus schneiden, die von rechts durch die Applikation des oberen Stoffes verdeckt sind.
Man kann sie aber auch genauso gut einfach stehen lassen, denn sie machen das Ganze stabiler.

Ich schneide grundsätzlich alles raus, was nicht benötigt wird *g*, denn ich quilte mit der Hand und je mehr Stofflagen ich habe, umso schwerer wird das.
Ausserdem kann ich jedes Fitzelchen Stoff brauchen und man will ja nichts verschwenden, was sowieso nicht sichtbar ist, hehe.

 
So sieht der Block dann von rechts aus, wenn er fertig ist.

Wir haben nicht die orangen Teile auf einen schwarzen Hintergrund aufgesetzt,
sondern die schwarzen Teile raus geschnitten, damit der dahinter liegende orange Stoff sichtbar wird.

Dies ist bestimmt nur ein Methode des Reverse Applique. Es ist die Methode, mit der ich arbeite, aber nicht unbedingt die einfachste, oder die mit der Du am besten zurecht kommen würdest.

Dazu kann ich nur sagen: Versuch macht kluch *g*

 


Wer noch Fragen oder Anregungen hat, einfach mailen  @